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Siegburg
Dienstag, 28. Mai 2024

Weinbau am Michaelsberg wird ausgeweitet

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Die langwierige Transformation des Michaelsbergs neigt sich ihrem Ende zu. Nach elf Jahren voller Arbeit und Entschlossenheit ist das undurchdringliche Dickicht, das einst den Berg bedeckte, verschwunden. An seine Stelle sind offene Wege und eine einladende Atmosphäre getreten, die Bergwanderer – jung wie alt – als angenehm empfinden. Die angelegten Gärten, Wiesen und kleine Parks rund um den Michaelsberg werden nun im Frühling besonders bunt strahlen.

Doch die Veränderung ist noch nicht abgeschlossen, wie die Stadt Anfang der Woche bekannt gab: Aufbauend auf dem erfolgreichen Michaelsbergkonzept plant der Landschaftsarchitekt Clemens Esser die Einführung umfangreicher Weinbauaktivitäten. Weinreben haben in Siegburg eine lange Tradition, die bis zum Gründungskonvent der Abtei im 11. Jahrhundert zurückreicht. Heute finden sich im Felsengarten unterhalb des Johannistürmchens einige Weinreben, die im Sinne der "essbaren Stadt" gepflegt werden, wie Planungsamtsleiter Fabian Löbach betont.

Die Idee, die gesamte Südwest-Lage zum Weinberg zu deklarieren, stammt von Landschaftsarchitekt Esser. Nicht einer, sondern zahlreiche Punkte sprechen dafür: Einmal der Klimawandel – die Michaelsbergbäume werden aufgrund veränderter Temperaturen besonders intensiv behandelt – zudem die vulkanische Bodenbeschaffenheit am Berg und Siegburgs Charakter als Kongressstadt. Denn als Ort der Messen und Tagungen, unter anderem auch in dem auf dem Berg thronenden Katholisch-Sozialen Institut, könne die Kreisstadt ihr Profil mit der Jahreshauptversammlung des "Önologischen Weltbunds" schärfen. 1.000 Teilnehmer werden anreisen. Sie kommen aus Chile oder Australien, vom kalifornischen Nappa Valley oder aus dem südfranzösischen Languedoc. Önologie beschreibt die Lehre und Wissenschaft vom Wein und Weinbau. Sie wird als Lehrfach an Universitäten sowie Fachhochschulen angeboten und befasst sich wissenschaftlich mit allen Belangen rund um den Wein.

Der lokale Wein hätte zudem das Potenzial, das Image der Stadt in zweifacher Hinsicht zu verbessern: einerseits durch eine deutliche Qualitätssteigerung im Vergleich zu früheren Produktionen und andererseits durch die Förderung regionaler Produkte, was insbesondere für Menschen wichtig ist, die sich für Fair-Trade-Produkte interessieren.

Das Vorhaben hat bereits einen prominenten Unterstützer gefunden: Der amtierende Karnevalsprinz Phil I., der selbst auch im Weinhandel tätig ist, zeigt sich begeistert. Sein Vorschlag, das Weinfest bereits im Jahr 2024 in den Johannesgarten zu verlegen, wird in der nächsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses diskutiert. (pho)

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