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Dienstag, 16. April 2024

Reisebericht von den Kapverden

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Zum 3. Mal besuchte Hanno Rheineck (81, Mitglied des 1. FC Spich) die Kapverden, einen Inselstaat in Afrika. Nach einem Wettkampf war der Langstreckenläufer damals gefragt worden, ob er nicht gut erhaltene Lauf- und Fußballschuhe, Trikots, Trainingsanzüge und Fußbälle für die jugendlichen Sportler schicken könne. Mit Hilfe des Spicher Lauftreffs hatte er daraufhin mehrere Sammelaktionen durchgeführt. So konnte er insgesamt 4,3 Tonnen an Sportausrüstung für die Sportjugend auf der Insel Santo Antao auf den Weg bringen. Diesmal begann seine 4-wöchige Reise in der Hauptstadt Praia auf der Insel Santiago. Dort wurde er von Botschafter Antonio Joao Nascimento empfangen und zum Essen eingeladen. Herr Nascimento war damals in der Botschaft in Berlin tätig und half Rheineck bei der Durchführung der Transporte per Flugzeug bzw. per Schiffscontainern. In Praia gab es auch ein Wiedersehen mit Alfa Djalo, dem früheren Präsidenten des Leichtathletikverbandes und mit Elena Atmachewa. Hanno Rheineck hatte damals erreicht, dass sie sich mit ihrem Schützling Wania Monteiro (rhythmische Sportgymnastik) drei Wochen lang kostenlos im Olympiastützpunkt Bochum auf die Olympischen Spiele in Athen 2004 vorbereiten konnte. Die kleine Nation (500.000 Einwohner) war stolz auf ihre junge Olympionikin und widmete ihr eine eigene Briefmarke.

Die Reise ging weiter nach Mindelo, der zweitgrößten Stadt des Landes auf der Insel Sao Vicente. Hier besuchte Rheineck das Grab der berühmten Sängerin Cesaria Evora, der Stimme der Kapverden, die weltweit bekannt geworden war. Auch 13 Jahre nach ihrem Tod lagen viele frische Blumensträuße auf ihrem Grab. Hanno Rheineck hatte die "Königin der Morna-Gesänge" mehrmals in Konzerten (u. a. 2007 in Bonn mit 3.000 begeisterten Zuhörern auf dem Museumsplatz nach ihrem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt) erlebt und war nach ihrem Konzert in Berlin zu einem anschließenden Empfang in die Botschaft der Kapverden eingeladen worden. Dabei kam es zu einer beeindruckenden Begegnung (siehe Foto) mit der Ikone des Inselstaates, die den Grammy in der Kategorie Weltmusik erhalten hatte. Sie gab im Jahr 90 Konzerte, verkaufte Millionen von Alben und war UN- Ehrenbotschafterin gegen den Hunger. Evora ist heute noch auf Briefmarken und Geldscheinen allgegenwärtig – außerdem wurde der Flughafen ihrer Heimatinsel nach ihr benannt. Wenn der Troisdorfer das Foto zeigte, rief das Aufsehen und Bewunderung hervor. "Du hast sie persönlich getroffen", wurde oft fast neidisch von den Einheimischen gesagt. "Das haben wir ja nicht mal geschafft, denn sie war ja so oft auf Welttourneen. Wir haben sie nur im Radio oder TV gehört. Das Bild musst Du besonders gut verwahren!"

Ein weiterer Anlass Mindelo, die kulturelle Hauptstadt des Landes, zu besuchen, war der Karneval. 2.500 Aktive nahmen daran teil und Tausende von Besuchern aus aller Welt waren begeistert von den Tanzgruppen und den Wagen. "Einfach unglaublich und faszinierend", resümierte der Troisdorfer den Zug, der um 20 Uhr begann und erst um 1.30 Uhr endete. Nach Meinung vieler Experten hat Mindelo nach Rio und Trinidad den drittbesten Karneval der Welt.

Nach einem längeren Wander-und Badeaufenthalt auf der Insel Sao Nicolau hieß die letzte Station Espargos auf der Insel Sal. Hier führte Rheineck Gespräche mit dem neuen Präsidenten des Leichtathletikverbandes Alfredo Manuel Lima, der ihm das Stadion zeigte, in dem eine deutsche Firma vor Jahren eine Kunststoffanlage mit acht Rundbahnen gebaut hatte. Dabei wurde auch über den Stand und die Förderung der heimischen Leichtathletik gesprochen. Zum Schluss gab es noch ein Wiedersehen mit Jaqueline dos Reis, die seit Jahrzehnten den Nachwuchs trainiert und nun als Cheftrainerin des Landes für die Paralympic Games im August in Paris arbeitet.

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