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Dienstag, 28. Mai 2024

Geschichte beschäftigt – Nie wieder ist jetzt

Datum:

Gedenkstättenfahrt des Gymnasiums Siegburg Alleestraße nach Weimar/Buchenwald

Ein wenig Überwindung – das war es, was die Gruppe aus 14 Schülerinnen und Schülern sowie zwölf Lehrerinnen brauchte, um sich auf Exkursion in eine der größten Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus zu begeben. Ziel der Reise war es, die von Historie geprägte Stadt Weimar wie auch den angrenzenden Gedenkort Buchenwald zu besichtigen, wobei der Schwerpunkt auf den einstigen Gräueltaten der Nationalsozialisten lag, deren Erinnerung der Ettersberg noch heute beheimatet.

Die Gedenkstättenfahrt, welche zum ersten Mal in dieser Form an unserer Schule angeboten wurde und im freiwilligen Rahmen stattfand, erstreckte sich über insgesamt drei Tage. Freitags begaben sich die Schülerinnen und Schüler der Q1 gemeinsam mit Lehrerinnen unterschiedlichster Fachschaften mit dem Zug auf die Reise nach Weimar. Schnell wurde deutlich: alle Teilnehmenden waren interessiert und motiviert sich auf die Thematik einzulassen.

In der Europäischen Jugendbildungs- und Begegnungsstätte (EJBW) angekommen, ging es gleich mit einer thematischen Einführung los, bevor sich die Gruppe am Abend in das Lichthaus Kino Weimar begab. Dort erwartete uns die Filmvorstellung „The Zone of Interest“, eine bisher völlig fremde, aber oscarprämierte Inszenierung, bei der die Frage aufkam, wie es den damaligen SS-Offizieren und deren Familien gelang, ein unbehelligtes Leben inmitten von Kriegsverbrechen zu führen – und mit dieser Frage wurde die Gruppe am Wochenende immer wieder konfrontiert. Das anschließende Interview mit dem Hauptdarsteller des Films, Christian Friedel, ermöglichte ein besseres Verständnis über das zuvor Gezeigte.

Am nächsten Tag begann nun der eigentliche Teil der Exkursion: der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Zu Beginn ging es in das angrenzende Museum, in dem Briefe und Kleidung der Inhaftierten oder Bilder aus dem Alltag des Konzentrationslagers für die Besucher aufgearbeitet wurden. Dies schaffte eine, wie sich nur wenig später herausstellte, sensible Vorbereitung auf das Kommende.

Die Führung über das KZ-Gelände startete am Eingangstor vor dem ehemaligen Appellplatz, in dessen Metall noch immer die Inschrift „Jedem das Seine“ zu lesen ist. Wenn man zuvor das Gefühl hatte, man sei durch den Museumsgang ansatzweise vorbereitet, so ging es einem beim Betreten des Krematoriums schlagartig anders. Die Verbrechen an der Menschlichkeit, die sich hier mit Hilfe von detaillierten Plänen und Abläufen abspielten, sind kaum in Worte zu fassen.

Am Sonntag lag der Fokus inhaltlich besonders auf der Reflexion und (Nach-)Besprechung der insgesamt schweren Eindrücke. Eine Stadtführung durch Weimar, bei der uns neben den zahlreichen kulturellen Besonderheiten der Stadt, weitere nationalsozialistische Aspekte begegneten, ließ die Gruppe immer weiter diskutieren. Klar schien, dass sich die damalige Behauptung, nichts von den Geschehnissen auf dem Ettersberg zu wissen, im Laufe des Stadtrundganges als unhaltbar herausstellte.

Wir sind dankbar, an einer solchen Exkursion teilgenommen zu haben. Die Gedenkstättenfahrt nach Weimar beschäftigte alle Teilnehmenden noch weit darüber hinaus und zeigte gleichzeitig, wie wichtig es ist, über Geschichte nachhaltig aufzuklären. Umso deutlicher wird für alle: „Nie wieder“ ist jetzt! Emma Lüdde, Q1

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