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Siegburg
Donnerstag, 13. Juni 2024

Wie tief können Vulkane schlafen?

Datum:

Der Differenzierungskurs „Geographie-Physik“ der Jahrgangsstufe 9 und die AG Projektunterricht der Begabtenförderung auf Spurensuche im Herz der Vulkaneifel

Die Osteifel weist als eine der wenigen Regionen in Deutschland noch Gebiete mit vulkanischer Aktivität auf, die – insbesondere um die Region des Laacher Sees – in einer groß angelegten Messkampagne des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) so genau wie nie zuvor untersucht wird. In der Wissenschaft wurde lange diskutiert, ob der Laacher-See-Vulkan erneut ausbrechen könnte. Mittlerweile scheinen sich die Forschenden jedoch einig zu sein, dass sich unterhalb des Laacher Sees, der sich in der Caldera des Vulkans nach der letzten Eruption vor ca. 13.000 Jahren gebildet hat, wieder vulkanische Aktivität regt. Vor dem sogenannten „Large-N Pilotexperiment“, in dem bis September 2023 rund 350 „Geofone“ Erdbeben und Hintergrundrauschen um die Region des Laacher Sees registrieren konnten, ist es bisher nicht gelungen, die Magmakammer des Vulkans mithilfe von seismischen Verfahren zu untersuchen. Ein erneuter Vulkanausbruch des Laacher-See-Vulkans hätte mit einer Entfernung von nur ca. 50 Kilometer Luftlinie von unserem Schulstandort Siegburg erhebliche Folgen für unsere Region. Nach Einschätzung des Projektleiters des vulkanseismologischen Experimentes des GFZ, Herrn Professor Torsten Dahm, ist jedoch mit einem aktuell bevorstehenden Vulkanausbruch nicht zu rechnen. Das aktuelle Forschungsprojekt dient ihm zufolge lediglich dazu, genau zu verstehen, „wie tief der Vulkan schläft“.

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Siegburg Alleestraße (GSA) konnten durch die geführte Exkursion in den Lava-Dome und in den Lavakeller in Mendig – unweit des Laacher Sees – die Konsequenzen eines möglichen Eruptionsszenarios vor Ort überprüfen und multimedial die heftige Verwüstung, die der letzte Ausbruch mit Ascheregen und sogenannten pyroklastischen Strömen (Glutlawinen) vor etwa 13 000 Jahren in Mitteleuropa verursacht hat, miterleben. Dabei wurde allen Teilnehmenden deutlich, dass die Explosivität des Laacher-See-Vulkans nicht unterschätzt werden darf und ein erneuter Vulkanausbruch erhebliche Folgen für die im Umkreis lebenden Menschen – auch bis Siegburg – hätte. Mit dieser Erkenntnis erschien es den Lerngruppen umso dringlicher, dass das Gebiet um den Laacher See aktuell so genau wie nie zuvor untersucht wird. Schließlich konnten bereits Radarfernerkundungsdaten der europäischen Copernicus-Radarmission Sentinel-1 eine leichte Hebung des Ortes Glees in der Nähe des Laacher Sees aufzeichnen, was die vulkanische Aktivität in der Region zu bestätigen scheint.

Die Exkursion zur Erkundung der vulkanischen Aktivität der Osteifel ist ein festgelegter Bestandteil der Kooperationsvereinbarung zwischen der Arbeitsgruppe Geomatik der Ruhr-Universität Bochum sowie der AG Fernerkundung der Universität Bonn und dem GSA, um den Austausch zwischen Schulpraxis und universitärer Lehre und Forschung zu fördern.

Dr. Christina Müller

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