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Sonntag, 25. Februar 2024

So rund 80 Prozent sind vernünftig

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Wolfgang Schmidt ist einer von zehn Wegepaten in der Wahner Heide – Er beobachtet regelmäßig Menschen, die sich nicht an die Regeln vor Ort halten

„Manchmal ist es ein bisschen ein Kampf gegen Windmühlen“, gesteht Wolfgang Schmidt. Für das Bündnis Heideterrasse engagiert er sich als einer von zehn ehrenamtlichen Wegepaten, die die zehn Rundwanderwege des Bündnisses durch das Naturschutzgebiet betreuen.

„Diese Wege haben einen Sinn“, erklärt Schmidt. Sie schützen Tiere und Vegetation. Sorgen sie doch dafür, dass andere Bereiche von NRWs zweitgrößtem Naturschutzgebiet unbesucht von Menschen bleiben. So zumindest der Plan. Gut 20 Prozent der Menschen fiele es aber schwer, sich an diese Regeln zu halten, weiß Schmidt.

Sie lassen ihre Hunde frei laufen oder, in anderen Fällen, lassen Müll zurück, werfen Schilder um oder sägen Absperrschranken durch. Auch das sei vorgekommen, berichtet Schmidt, der als Wegewart alle Paten koordiniert und so einen guten Überblick hat.

„Der Schutz der Dinge muss Priorität haben“, so Schmidt. Natürlich sei die Heide auch ein Ort, um dort frische Luft zu tanken und Natur zu genießen. „Aber die Menschen sind nur Gast hier. Sie müssen auch ein Bewusstsein dafür bekommen, was passiert, wenn sie Regeln missachten“, findet auch Wolfgang Schmidts ebenfalls im Bündnis Heideterrasse engagierte Frau Ina Philippsen-Schmidt.

Bodenbrüter würden verscheucht. Vegetation, darunter die rund 700 auf der roten Liste stehenden und in der Wahner Heide vorkommenden Pflanzen, gefährdet. Auch eine Mitnahme ist nicht erlaubt. „Alles, was in der Heide anzutreffen ist, muss dort bleiben“, so Wolfgang Schmidt. Das gelte von Pilzen bis hin zur kleinen Fliege, sagt er lächelnd.

Das Bündnis Heideterrasse, mit Sitz am Rösrather Heideportal Turmhof, ist in den 1980er Jahren aus Protesten gegen die damals geplante zweite Startbahn am Flughafen Köln/Bonn entstanden. Inzwischen kümmert man sich um viele Tier- und Pflanzenprojekte und Wissensvermittlung. Und das für alle Gebiete des vorzeitlichen ehemaligen Rhein-Verlaufs von Solingen bis zum Rhein-Sieg-Kreis.

Letzterer ist auch Mitbesitzer der Wahner Heide. Wie die anderen angrenzenden Kommunen und die Stadt Köln. Zudem der DBV und der Bundesforst. Auch die beiden letzteren Institutionen haben Wege angelegt in der Heide. Die vom Bundesforst sind nicht begehbar. Sie dienen etwa als Forstwege. Die vom DBV sind wie jene vom Bündnis Heideterrasse ausgeschildert. Per gut sichtbar angebrachter Piktogramme sind die Bündnis-Rundwege zu erkennen.

Insgesamt gilt: Die Wege dürfen nicht verlassen werden. Dann helfe es auch nicht, Schilder zu entfernen, scherzt Wolfgang Schmidt. Man schraube ja auch kein Tempo 30-Schild ab und fahre dann schneller, ergänzt Gattin Ina Philippsen-Schmidt.

Genaue Informationen, plus herunterladbare GPS-Daten, bietet eine spezielle Webseite des Bündnisses Heideterrasse. Zudem gibt es Bücher, Wanderkarten und Schilder vor Ort in der Heide, die die Wege anzeigen. https://www.wahnerheide.net/wanderwege.php

(Lars Göllnitz – der Autor bei Instagram: @enqoozee)

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